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Ja, ein Meteorit ist in den meisten Fällen magnetisch, weil er metallisches Eisen und Nickel enthält. Eisenmeteorite wie die Campo del Cielo Meteoriten werden kräftig angezogen, viele Steinmeteorite zumindest spürbar. Der Test allein beweist aber nichts: Auch viele irdische Gesteine und Industrieabfälle reagieren auf einen Magneten.
Warum ein Meteorit magnetisch ist
Auf der Erde ist metallisches Eisen in Gestein selten. Fast alles Eisen ist dort als Oxid oder Silikat gebunden.
Im All ist das anders. Viele Körper aus dem Asteroidengürtel enthalten reines Metall, eine Eisen-Nickel-Legierung. Dieses Nickel-Eisen ist ferromagnetisch und wird von einem Magneten angezogen.
Wie stark die magnetische Anziehung ausfällt, hängt vom Metallanteil ab. Ein Überblick:
| Typ | Metallanteil | Reaktion beim Magnettest |
|---|---|---|
| Eisenmeteorite | fast vollständig Nickel-Eisen | sehr stark |
| Stein-Eisen-Meteorite, zum Beispiel Pallasite | etwa zur Hälfte Metall | stark |
| Gewöhnliche Chondrite, die häufigsten Steinmeteorite | kleine Metallkörner im Gestein | deutlich bis schwach |
| Einige Achondrite, etwa bestimmte Mond- oder Marsmeteorite | kaum oder kein Metall | schwach bis gar nicht |
Ein Stein aus dem All, der nicht haftet, ist also nicht automatisch unecht. Er gehört dann nur zu den selteneren Typen.
Campo del Cielo: Eisen aus dem Kern eines Asteroiden
Die Campo del Cielo Meteoriten aus Argentinien bestehen fast vollständig aus Nickel-Eisen. Wissenschaftlich gehören sie zu den Eisenmeteoriten der Gruppe IAB (früher als IA bezeichnet), wie in der Meteoritical Bulletin Database dokumentiert.
Ein Stück davon springt einem Magneten fast entgegen. Auf einer angeätzten Schnittfläche zeigt sich bei diesen Stücken ein Muster aus Metallbändern, das nur bei sehr langsamer Abkühlung entsteht.

Das Material ist rund 4,5 Milliarden Jahre alt und stammt aus dem metallischen Kern eines Asteroiden. Auf der Erde liegt es seit rund 4.000 bis 5.000 Jahren. Wer selbst ausprobieren möchte, wie ein echter Eisenmeteorit reagiert, kann das mit einem einzelnen Campo del Cielo Meteoriten von rund 15 Gramm tun.
So funktioniert der Magnettest
Für den Test reicht ein einfacher Kühlschrankmagnet oder ein kleiner Magnet an einer Schnur. So geht man vor:
- Den Magneten an einer Schnur über den Stein halten und langsam annähern.
- Beobachten, ob der Magnet ausschlägt oder am Stein haften bleibt.
- Mehrere Stellen prüfen, denn bei Steinmeteoriten ist das Metall oft ungleichmäßig verteilt.
- Das Ergebnis notieren und den Stein danach nicht weiter mit Magneten bearbeiten.
Ein Magnet an einer Schnur hat einen Vorteil: Er zeigt auch eine schwache Anziehung, ohne den Stein zu berühren. Bleibt der Magnet unbewegt, ist der Fund damit nicht ausgeschlossen. Viele Steine aus dem All mit wenig Metall reagieren nur schwach.
Warum der Magnettest kein Beweis ist
Viele Fundstücke, die Menschen für Boten aus dem All halten, haften ebenfalls an einem Magneten. Die häufigsten Verwechslungen:
- Magnetit: ein irdisches Eisenerz, schwarz, schwer und stark magnetisch
- Industrieschlacke: Rückstände aus Hochöfen und Schmieden, oft mit Bläschen und glasigen Stellen
- Industrielles Eisen: rostige Metallteile, Nägel oder Gussreste
- Hämatit: ein Eisenoxid, meist nur schwach magnetisch, aber oft schwer und dunkel
Ein Kühlschrankmagnet ist ein guter erster Test, aber ein schlechter Gutachter. Er sortiert vieles aus, was sicher nicht aus dem All stammt, bestätigen kann er nichts. Welche Merkmale zusätzlich zählen, zeigt unser Beitrag Meteorit erkennen: Merkmale und häufige Verwechslungen.
Wenn ein Fund lange im Boden lag
Wie stark ein Stein aus dem All auf einen Magneten reagiert, hängt auch von seinem Zustand ab. Liegt ein Fund lange in feuchtem Boden, rostet sein Metall nach und nach zu Eisenoxiden und Eisenhydroxiden.
Diese reagieren deutlich schwächer auf einen Magneten als frisches Nickel-Eisen. Ein stark verwitterter Steinmeteorit kann deshalb kaum noch anziehen, obwohl er ursprünglich viel Metall enthielt.
Fachleute beschreiben diesen Zustand mit eigenen Verwitterungsstufen. Für die Praxis heißt das: Eine schwache Reaktion spricht weder sicher für noch sicher gegen einen Meteoriten.
Welche weiteren Merkmale bei einer Prüfung zählen, erklären wir in unserem Beitrag Meteorit gefunden? Prüfe deinen Fund Schritt für Schritt. Endgültige Gewissheit gibt nur eine professionelle Meteoritenbestimmung im Labor, zum Beispiel an einem naturkundlichen Museum oder einem Institut für Mineralogie.
Vorsicht mit Neodymmagneten
Ein kleiner Test mit einem einfachen Magneten ist unproblematisch. Starke Neodymmagnete sollten aber nicht über einen möglichen Fund gestrichen werden.
Viele Steine aus dem All tragen eine natürliche Restmagnetisierung, die Forschende untersuchen, um mehr über Magnetfelder in der Frühzeit des Sonnensystems zu erfahren. Ein starker Magnet kann diese Information überschreiben. Für Sammlerstücke spielt das kaum eine Rolle, für die Wissenschaft schon.
Wir bei Makai empfehlen außerdem, Eisenmeteoriten trocken aufzubewahren, denn Feuchtigkeit fördert Rost. Mehr dazu steht in unserem Beitrag Wie pflegt man einen Meteoriten?
Häufige Fragen
Ist jeder Meteorit magnetisch? Nein. Die meisten enthalten Metall und reagieren auf einen Magneten. Einige seltene Steinmeteorite enthalten aber kaum Metall und reagieren schwach oder gar nicht.
Ist ein magnetischer Stein wahrscheinlich ein Fund aus dem All? Eher nicht. Die meisten magnetischen Funde sind Magnetit, Schlacke oder Eisenreste. Der Magnet ist nur ein erster Filter.
Schadet ein Magnet dem Fundstück? Ein normaler Magnet nicht. Sehr starke Magnete können die natürliche Magnetisierung verändern, die für die Forschung wertvoll ist.
Wie stark reagiert ein Eisenmeteorit? Sehr stark. Er verhält sich ähnlich wie ein Stück Eisen, weil er fast vollständig aus Nickel-Eisen besteht.
Quellen
Ja, ein Meteorit ist in den meisten Fällen magnetisch, weil er metallisches Eisen und Nickel enthält. Eisenmeteorite wie die Campo del Cielo Meteoriten werden kräftig angezogen, viele Steinmeteorite zumindest spürbar. Der Test allein beweist aber nichts: Auch viele irdische Gesteine und Industrieabfälle reagieren auf einen Magneten.
Warum ein Meteorit magnetisch ist
Auf der Erde ist metallisches Eisen in Gestein selten. Fast alles Eisen ist dort als Oxid oder Silikat gebunden.
Im All ist das anders. Viele Körper aus dem Asteroidengürtel enthalten reines Metall, eine Eisen-Nickel-Legierung. Dieses Nickel-Eisen ist ferromagnetisch und wird von einem Magneten angezogen.
Wie stark die magnetische Anziehung ausfällt, hängt vom Metallanteil ab. Ein Überblick:
| Typ | Metallanteil | Reaktion beim Magnettest |
|---|---|---|
| Eisenmeteorite | fast vollständig Nickel-Eisen | sehr stark |
| Stein-Eisen-Meteorite, zum Beispiel Pallasite | etwa zur Hälfte Metall | stark |
| Gewöhnliche Chondrite, die häufigsten Steinmeteorite | kleine Metallkörner im Gestein | deutlich bis schwach |
| Einige Achondrite, etwa bestimmte Mond- oder Marsmeteorite | kaum oder kein Metall | schwach bis gar nicht |
Ein Stein aus dem All, der nicht haftet, ist also nicht automatisch unecht. Er gehört dann nur zu den selteneren Typen.
Campo del Cielo: Eisen aus dem Kern eines Asteroiden
Die Campo del Cielo Meteoriten aus Argentinien bestehen fast vollständig aus Nickel-Eisen. Wissenschaftlich gehören sie zu den Eisenmeteoriten der Gruppe IAB (früher als IA bezeichnet), wie in der Meteoritical Bulletin Database dokumentiert.
Ein Stück davon springt einem Magneten fast entgegen. Auf einer angeätzten Schnittfläche zeigt sich bei diesen Stücken ein Muster aus Metallbändern, das nur bei sehr langsamer Abkühlung entsteht.

Das Material ist rund 4,5 Milliarden Jahre alt und stammt aus dem metallischen Kern eines Asteroiden. Auf der Erde liegt es seit rund 4.000 bis 5.000 Jahren. Wer selbst ausprobieren möchte, wie ein echter Eisenmeteorit reagiert, kann das mit einem einzelnen Campo del Cielo Meteoriten von rund 15 Gramm tun.
So funktioniert der Magnettest
Für den Test reicht ein einfacher Kühlschrankmagnet oder ein kleiner Magnet an einer Schnur. So geht man vor:
- Den Magneten an einer Schnur über den Stein halten und langsam annähern.
- Beobachten, ob der Magnet ausschlägt oder am Stein haften bleibt.
- Mehrere Stellen prüfen, denn bei Steinmeteoriten ist das Metall oft ungleichmäßig verteilt.
- Das Ergebnis notieren und den Stein danach nicht weiter mit Magneten bearbeiten.
Ein Magnet an einer Schnur hat einen Vorteil: Er zeigt auch eine schwache Anziehung, ohne den Stein zu berühren. Bleibt der Magnet unbewegt, ist der Fund damit nicht ausgeschlossen. Viele Steine aus dem All mit wenig Metall reagieren nur schwach.
Warum der Magnettest kein Beweis ist
Viele Fundstücke, die Menschen für Boten aus dem All halten, haften ebenfalls an einem Magneten. Die häufigsten Verwechslungen:
- Magnetit: ein irdisches Eisenerz, schwarz, schwer und stark magnetisch
- Industrieschlacke: Rückstände aus Hochöfen und Schmieden, oft mit Bläschen und glasigen Stellen
- Industrielles Eisen: rostige Metallteile, Nägel oder Gussreste
- Hämatit: ein Eisenoxid, meist nur schwach magnetisch, aber oft schwer und dunkel
Ein Kühlschrankmagnet ist ein guter erster Test, aber ein schlechter Gutachter. Er sortiert vieles aus, was sicher nicht aus dem All stammt, bestätigen kann er nichts. Welche Merkmale zusätzlich zählen, zeigt unser Beitrag Meteorit erkennen: Merkmale und häufige Verwechslungen.
Wenn ein Fund lange im Boden lag
Wie stark ein Stein aus dem All auf einen Magneten reagiert, hängt auch von seinem Zustand ab. Liegt ein Fund lange in feuchtem Boden, rostet sein Metall nach und nach zu Eisenoxiden und Eisenhydroxiden.
Diese reagieren deutlich schwächer auf einen Magneten als frisches Nickel-Eisen. Ein stark verwitterter Steinmeteorit kann deshalb kaum noch anziehen, obwohl er ursprünglich viel Metall enthielt.
Fachleute beschreiben diesen Zustand mit eigenen Verwitterungsstufen. Für die Praxis heißt das: Eine schwache Reaktion spricht weder sicher für noch sicher gegen einen Meteoriten.
Welche weiteren Merkmale bei einer Prüfung zählen, erklären wir in unserem Beitrag Meteorit gefunden? Prüfe deinen Fund Schritt für Schritt. Endgültige Gewissheit gibt nur eine professionelle Meteoritenbestimmung im Labor, zum Beispiel an einem naturkundlichen Museum oder einem Institut für Mineralogie.
Vorsicht mit Neodymmagneten
Ein kleiner Test mit einem einfachen Magneten ist unproblematisch. Starke Neodymmagnete sollten aber nicht über einen möglichen Fund gestrichen werden.
Viele Steine aus dem All tragen eine natürliche Restmagnetisierung, die Forschende untersuchen, um mehr über Magnetfelder in der Frühzeit des Sonnensystems zu erfahren. Ein starker Magnet kann diese Information überschreiben. Für Sammlerstücke spielt das kaum eine Rolle, für die Wissenschaft schon.
Wir bei Makai empfehlen außerdem, Eisenmeteoriten trocken aufzubewahren, denn Feuchtigkeit fördert Rost. Mehr dazu steht in unserem Beitrag Wie pflegt man einen Meteoriten?
Häufige Fragen
Ist jeder Meteorit magnetisch? Nein. Die meisten enthalten Metall und reagieren auf einen Magneten. Einige seltene Steinmeteorite enthalten aber kaum Metall und reagieren schwach oder gar nicht.
Ist ein magnetischer Stein wahrscheinlich ein Fund aus dem All? Eher nicht. Die meisten magnetischen Funde sind Magnetit, Schlacke oder Eisenreste. Der Magnet ist nur ein erster Filter.
Schadet ein Magnet dem Fundstück? Ein normaler Magnet nicht. Sehr starke Magnete können die natürliche Magnetisierung verändern, die für die Forschung wertvoll ist.
Wie stark reagiert ein Eisenmeteorit? Sehr stark. Er verhält sich ähnlich wie ein Stück Eisen, weil er fast vollständig aus Nickel-Eisen besteht.