Share
Ja, Meteoriten fallen in Deutschland regelmäßig, auch wenn gefundene Stücke selten bleiben. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zählte mit Stand 2020 insgesamt 33 beobachtete Meteoritenfälle in Deutschland; diese historische Zahl ist keine aktuelle Gesamtsumme.
Die meisten Stücke sind klein und auf Feldern oder im Wald schwer zu entdecken. Wir vom Makai-Team betrachten drei dokumentierte Fälle und erklären, warum selbst eine auffällige Feuerkugel nicht automatisch zu einem Fund führt.
Meteoriten in Deutschland: Fall und Fund unterscheiden
Für die Statistik ist die Unterscheidung zwischen einem beobachteten Fall und einem zufälligen Fund wichtig.
Beobachteter Fall: Der Eintritt wurde wahrgenommen oder aufgezeichnet. Später geborgene Meteoriten können diesem Ereignis zugeordnet werden.
Zufälliger Fund: Ein Meteorit wird entdeckt, ohne dass sein Fall zuvor beobachtet oder dokumentiert wurde. Fundzeitpunkt und Fallzeitpunkt sind deshalb nicht gleichzusetzen.
Die grundlegenden Begriffe erläutern wir im Beitrag zum Unterschied zwischen Meteorit und Asteroid.
Das Nördlinger Ries (vor etwa 14,8 Millionen Jahren entstanden) und das Steinheimer Becken sind alte Einschlagkrater. Ein solcher Meteoriteneinschlag ist von den hier behandelten jüngeren Fällen und Funden zu unterscheiden.
Drei gut dokumentierte Fälle
Neuschwanstein, Stubenberg und Ribbeck zeigen, wie unterschiedlich Meteoriten in Deutschland dokumentiert werden können, von einer Kameraaufzeichnung bis zur Entdeckung eines Asteroiden vor seinem Eintritt.
| Name | Datum | Ort | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Neuschwanstein | 6. April 2002 | Bayern; weitere Fragmente in Österreich gefunden | Das DLR-Feuerkugelnetz zeichnete den Fall auf und ermöglichte die Rekonstruktion des Fallgebiets. |
| Stubenberg | 2016 | Bayern | Einer der offiziell anerkannten Meteoritenfälle in Bayern. |
| Ribbeck | 21. Januar 2024 | Bei Ribbeck, Brandenburg | Der Asteroid 2024 BX1 wurde vor dem Eintritt entdeckt; später wurden etwa 200 Stücke gefunden. |
Neuschwanstein: Kameras begrenzten das Suchgebiet
Am 6. April 2002 erfasste das Feuerkugelnetz des DLR den Fall von Neuschwanstein. Die Aufzeichnungen ermöglichten es, das Fallgebiet zu rekonstruieren. Später wurden drei Fragmente in Bayern und Österreich gefunden.
Dieser Fall zeigt den Nutzen systematischer Himmelsbeobachtung: Eine aufgezeichnete Flugbahn liefert eine Grundlage für die Suche am Boden. Sie ersetzt die Suche jedoch nicht.
Zwischen einem berechneten Fallgebiet und einem tatsächlich geborgenen Stück liegt weiterhin die Aufgabe, kleine Fragmente im Gelände zu entdecken. Außerdem zeigt Neuschwanstein, dass zusammengehörende Funde über eine Landesgrenze verteilt sein können.
Stubenberg: ein anerkannter Fall in Bayern
Stubenberg gehört zu den offiziell anerkannten Meteoritenfällen des Jahres 2016 in Bayern. Das Bayerische Landesamt für Umwelt führt den Fall in seiner Übersicht auf.
Für einen verlässlichen Überblick ist diese Anerkennung entscheidend. Eine Meldung über einen ungewöhnlichen Stein ist noch kein bestätigter Meteoritenfund. Wir beschränken uns hier auf die dokumentierte Einordnung und ergänzen keine ungesicherten Angaben zu einzelnen Stücken.
Ribbeck: vor dem Eintritt entdeckt
Am 21. Januar 2024 trat der kleine Asteroid 2024 BX1 über Brandenburg in die Atmosphäre ein. Er war weniger als drei Stunden zuvor entdeckt worden.
Nach dem Fall wurden nahe Ribbeck etwa 200 Stücke mit einer Gesamtmasse von ungefähr 1,8 Kilogramm gefunden. Der Meteorit ist ein seltener Aubrit. Diese Angaben sind im Überblick zu 2024 BX1 zusammengefasst.
Ribbeck zeigt, dass ein Meteorit in Deutschland heute unter besonders günstigen Umständen bereits vor seinem Fall astronomisch erfasst werden kann. Das unterscheidet diesen Fall von einem Stein, dessen außerirdische Herkunft erst lange nach der Entdeckung erkannt wird.
Wie Feuerkugeln heute erfasst werden
Kameranetze zeichnen helle Feuerkugeln auf. Aufnahmen aus verschiedenen Richtungen helfen dabei, die Flugbahn und ein mögliches Fallgebiet zu rekonstruieren, wie das Beispiel Neuschwanstein zeigt.
Auch Augenzeugenbeobachtungen sind hilfreich: Über die International Meteor Organization (IMO) lassen sich Feuerkugeln melden. Dabei sind Zeitpunkt, Beobachtungsort, Blickrichtung und Dauer der Erscheinung wichtige Angaben.
Eine möglichst zeitnahe Meldung erleichtert die Zuordnung verschiedener Beobachtungen. Eine Feuerkugel allein bestätigt allerdings noch nicht, dass später Meteoriten am Boden gefunden werden.
Warum Funde hier selten sind
Ein Meteorit in Deutschland fällt meist auf einen Untergrund, auf dem bereits viele gewöhnliche Steine liegen. Pflanzen, Laub und Boden verdecken kleine Stücke zusätzlich. Auf einem frisch gepflügten Acker sieht ein kleiner Meteorit leider genauso aus wie seine tausend irdischen Nachbarn.
Landwirtschaftliche Bearbeitung kann außerdem die ursprüngliche Fundlage verändern. Selbst ein eingegrenztes Suchgebiet bleibt deshalb schwierig zu untersuchen.
In Wüsten und in der Antarktis sind die Bedingungen günstiger. Meteoriten heben sich dort häufig besser vom Untergrund ab, außerdem gibt es wenig oder keine Vegetation. Die NASA erläutert diese Vorteile bei der Meteoritensuche.
Die Zahl geborgener Stücke beschreibt daher nicht einfach, wie oft Meteoriten fallen. Sie hängt auch davon ab, wie gut sie sichtbar sind, wie gezielt gesucht wird und ob ein Fund wissenschaftlich erkannt wird.

Was bei einem möglichen Fund sinnvoll ist
Ein ungewöhnlicher Stein sollte zunächst als möglicher Fund betrachtet werden, nicht als bestätigter Meteorit. Für die erste Einordnung haben wir einen eigenen Beitrag zusammengestellt, der erklärt, wie sich ein vermeintlicher Meteoritenfund Schritt für Schritt prüfen lässt.
Bei einem begründeten Verdacht sind ein naturkundliches Museum oder eine Universität geeignete Anlaufstellen. Dort lässt sich klären, ob eine wissenschaftliche Untersuchung sinnvoll ist.
Für Funde können sich die Regeln zwischen den Bundesländern unterscheiden. Aus einem Fund lässt sich deshalb keine pauschale Aussage über Eigentum oder weitere Rechte ableiten.
Warum Sammlungen oft Stücke aus dem Ausland enthalten
Die meisten Meteoriten in Sammlungen stammen aus großen Streufeldern im Ausland. Ein Beispiel sind die Campo del Cielo Meteoriten aus Argentinien: Diese Eisenmeteoriten gehören zur Gruppe IAB (früher als IA bezeichnet) und sind vor rund 4.000 bis 5.000 Jahren niedergegangen.
Den wissenschaftlichen Eintrag enthält die Meteoritical Bulletin Database. Solche Herkunftsangaben sind von einem deutschen Fundort klar zu unterscheiden.
Häufige Fragen
Wie oft fallen Meteoriten in Deutschland? Das DLR zählte bis 2020 insgesamt 33 beobachtete Fälle. Daraus lässt sich keine feste jährliche Fallzahl ableiten. Nicht beobachtete oder nicht geborgene Stücke werden durch diese Zahl nicht vollständig erfasst.
Welcher Meteorit fiel zuletzt in Deutschland? Der jüngste hier vorgestellte Fall ist Ribbeck vom 21. Januar 2024. Die verwendeten Quellen liefern jedoch keinen vollständigen aktuellen Überblick über mögliche spätere Fälle.
Was tun, wenn man eine Feuerkugel gesehen hat? Zeitpunkt, Standort, Blickrichtung und Dauer möglichst zeitnah festhalten und die Beobachtung über das Meldeangebot der IMO übermitteln.
Wem gehört ein Meteorit, den man in Deutschland findet? Dafür gibt es keine pauschale Antwort für alle Bundesländer. Ein naturkundliches Museum oder eine Universität kann bei der Klärung geeigneter nächster Schritte helfen.
Weiterführende Hintergründe zu einem bekannten Streufeld erklären wir in unserem kostenlosen E-Book.
Quellen
Ja, Meteoriten fallen in Deutschland regelmäßig, auch wenn gefundene Stücke selten bleiben. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zählte mit Stand 2020 insgesamt 33 beobachtete Meteoritenfälle in Deutschland; diese historische Zahl ist keine aktuelle Gesamtsumme.
Die meisten Stücke sind klein und auf Feldern oder im Wald schwer zu entdecken. Wir vom Makai-Team betrachten drei dokumentierte Fälle und erklären, warum selbst eine auffällige Feuerkugel nicht automatisch zu einem Fund führt.
Meteoriten in Deutschland: Fall und Fund unterscheiden
Für die Statistik ist die Unterscheidung zwischen einem beobachteten Fall und einem zufälligen Fund wichtig.
Beobachteter Fall: Der Eintritt wurde wahrgenommen oder aufgezeichnet. Später geborgene Meteoriten können diesem Ereignis zugeordnet werden.
Zufälliger Fund: Ein Meteorit wird entdeckt, ohne dass sein Fall zuvor beobachtet oder dokumentiert wurde. Fundzeitpunkt und Fallzeitpunkt sind deshalb nicht gleichzusetzen.
Die grundlegenden Begriffe erläutern wir im Beitrag zum Unterschied zwischen Meteorit und Asteroid.
Das Nördlinger Ries (vor etwa 14,8 Millionen Jahren entstanden) und das Steinheimer Becken sind alte Einschlagkrater. Ein solcher Meteoriteneinschlag ist von den hier behandelten jüngeren Fällen und Funden zu unterscheiden.
Drei gut dokumentierte Fälle
Neuschwanstein, Stubenberg und Ribbeck zeigen, wie unterschiedlich Meteoriten in Deutschland dokumentiert werden können, von einer Kameraaufzeichnung bis zur Entdeckung eines Asteroiden vor seinem Eintritt.
| Name | Datum | Ort | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Neuschwanstein | 6. April 2002 | Bayern; weitere Fragmente in Österreich gefunden | Das DLR-Feuerkugelnetz zeichnete den Fall auf und ermöglichte die Rekonstruktion des Fallgebiets. |
| Stubenberg | 2016 | Bayern | Einer der offiziell anerkannten Meteoritenfälle in Bayern. |
| Ribbeck | 21. Januar 2024 | Bei Ribbeck, Brandenburg | Der Asteroid 2024 BX1 wurde vor dem Eintritt entdeckt; später wurden etwa 200 Stücke gefunden. |
Neuschwanstein: Kameras begrenzten das Suchgebiet
Am 6. April 2002 erfasste das Feuerkugelnetz des DLR den Fall von Neuschwanstein. Die Aufzeichnungen ermöglichten es, das Fallgebiet zu rekonstruieren. Später wurden drei Fragmente in Bayern und Österreich gefunden.
Dieser Fall zeigt den Nutzen systematischer Himmelsbeobachtung: Eine aufgezeichnete Flugbahn liefert eine Grundlage für die Suche am Boden. Sie ersetzt die Suche jedoch nicht.
Zwischen einem berechneten Fallgebiet und einem tatsächlich geborgenen Stück liegt weiterhin die Aufgabe, kleine Fragmente im Gelände zu entdecken. Außerdem zeigt Neuschwanstein, dass zusammengehörende Funde über eine Landesgrenze verteilt sein können.
Stubenberg: ein anerkannter Fall in Bayern
Stubenberg gehört zu den offiziell anerkannten Meteoritenfällen des Jahres 2016 in Bayern. Das Bayerische Landesamt für Umwelt führt den Fall in seiner Übersicht auf.
Für einen verlässlichen Überblick ist diese Anerkennung entscheidend. Eine Meldung über einen ungewöhnlichen Stein ist noch kein bestätigter Meteoritenfund. Wir beschränken uns hier auf die dokumentierte Einordnung und ergänzen keine ungesicherten Angaben zu einzelnen Stücken.
Ribbeck: vor dem Eintritt entdeckt
Am 21. Januar 2024 trat der kleine Asteroid 2024 BX1 über Brandenburg in die Atmosphäre ein. Er war weniger als drei Stunden zuvor entdeckt worden.
Nach dem Fall wurden nahe Ribbeck etwa 200 Stücke mit einer Gesamtmasse von ungefähr 1,8 Kilogramm gefunden. Der Meteorit ist ein seltener Aubrit. Diese Angaben sind im Überblick zu 2024 BX1 zusammengefasst.
Ribbeck zeigt, dass ein Meteorit in Deutschland heute unter besonders günstigen Umständen bereits vor seinem Fall astronomisch erfasst werden kann. Das unterscheidet diesen Fall von einem Stein, dessen außerirdische Herkunft erst lange nach der Entdeckung erkannt wird.
Wie Feuerkugeln heute erfasst werden
Kameranetze zeichnen helle Feuerkugeln auf. Aufnahmen aus verschiedenen Richtungen helfen dabei, die Flugbahn und ein mögliches Fallgebiet zu rekonstruieren, wie das Beispiel Neuschwanstein zeigt.
Auch Augenzeugenbeobachtungen sind hilfreich: Über die International Meteor Organization (IMO) lassen sich Feuerkugeln melden. Dabei sind Zeitpunkt, Beobachtungsort, Blickrichtung und Dauer der Erscheinung wichtige Angaben.
Eine möglichst zeitnahe Meldung erleichtert die Zuordnung verschiedener Beobachtungen. Eine Feuerkugel allein bestätigt allerdings noch nicht, dass später Meteoriten am Boden gefunden werden.
Warum Funde hier selten sind
Ein Meteorit in Deutschland fällt meist auf einen Untergrund, auf dem bereits viele gewöhnliche Steine liegen. Pflanzen, Laub und Boden verdecken kleine Stücke zusätzlich. Auf einem frisch gepflügten Acker sieht ein kleiner Meteorit leider genauso aus wie seine tausend irdischen Nachbarn.
Landwirtschaftliche Bearbeitung kann außerdem die ursprüngliche Fundlage verändern. Selbst ein eingegrenztes Suchgebiet bleibt deshalb schwierig zu untersuchen.
In Wüsten und in der Antarktis sind die Bedingungen günstiger. Meteoriten heben sich dort häufig besser vom Untergrund ab, außerdem gibt es wenig oder keine Vegetation. Die NASA erläutert diese Vorteile bei der Meteoritensuche.
Die Zahl geborgener Stücke beschreibt daher nicht einfach, wie oft Meteoriten fallen. Sie hängt auch davon ab, wie gut sie sichtbar sind, wie gezielt gesucht wird und ob ein Fund wissenschaftlich erkannt wird.

Was bei einem möglichen Fund sinnvoll ist
Ein ungewöhnlicher Stein sollte zunächst als möglicher Fund betrachtet werden, nicht als bestätigter Meteorit. Für die erste Einordnung haben wir einen eigenen Beitrag zusammengestellt, der erklärt, wie sich ein vermeintlicher Meteoritenfund Schritt für Schritt prüfen lässt.
Bei einem begründeten Verdacht sind ein naturkundliches Museum oder eine Universität geeignete Anlaufstellen. Dort lässt sich klären, ob eine wissenschaftliche Untersuchung sinnvoll ist.
Für Funde können sich die Regeln zwischen den Bundesländern unterscheiden. Aus einem Fund lässt sich deshalb keine pauschale Aussage über Eigentum oder weitere Rechte ableiten.
Warum Sammlungen oft Stücke aus dem Ausland enthalten
Die meisten Meteoriten in Sammlungen stammen aus großen Streufeldern im Ausland. Ein Beispiel sind die Campo del Cielo Meteoriten aus Argentinien: Diese Eisenmeteoriten gehören zur Gruppe IAB (früher als IA bezeichnet) und sind vor rund 4.000 bis 5.000 Jahren niedergegangen.
Den wissenschaftlichen Eintrag enthält die Meteoritical Bulletin Database. Solche Herkunftsangaben sind von einem deutschen Fundort klar zu unterscheiden.
Häufige Fragen
Wie oft fallen Meteoriten in Deutschland? Das DLR zählte bis 2020 insgesamt 33 beobachtete Fälle. Daraus lässt sich keine feste jährliche Fallzahl ableiten. Nicht beobachtete oder nicht geborgene Stücke werden durch diese Zahl nicht vollständig erfasst.
Welcher Meteorit fiel zuletzt in Deutschland? Der jüngste hier vorgestellte Fall ist Ribbeck vom 21. Januar 2024. Die verwendeten Quellen liefern jedoch keinen vollständigen aktuellen Überblick über mögliche spätere Fälle.
Was tun, wenn man eine Feuerkugel gesehen hat? Zeitpunkt, Standort, Blickrichtung und Dauer möglichst zeitnah festhalten und die Beobachtung über das Meldeangebot der IMO übermitteln.
Wem gehört ein Meteorit, den man in Deutschland findet? Dafür gibt es keine pauschale Antwort für alle Bundesländer. Ein naturkundliches Museum oder eine Universität kann bei der Klärung geeigneter nächster Schritte helfen.
Weiterführende Hintergründe zu einem bekannten Streufeld erklären wir in unserem kostenlosen E-Book.